Simon Brandhuber scheitert verletzt dreimal an 160 kg Stoßen

Nach einer Topvorstellung  beim Reißen konnte er beim Stoßen keine Wertung erzielen

Der Rodinger Bundesligaheber Simon Brandhuber hatte am Donnerstag Abend seinen Auftritt in der B- Gruppe bis 69 kg Körpergewicht bei der Weltmeisterschaft in Anaheim/Kalifornien. Nach seiner Top-Vorstellung mit Bestleistung von 142 kg Reißen, scheiterte er dreimal an 160 kg Stoßen und blieb damit ohne Wertung.

Top vorbereitet reiste Simon zu seiner vierten Weltmeisterschaft an. Das spricht auch aus seinem Statement: „Die Vorbereitung lief sehr gut. Ich bin in bestechender Form und hoffe, dass ich einen guten Tag erwische, damit ich es auch auf der WM-Bühne zeigen kann“. Ja beim Reißen war er wirklich in bestechender Form. Seine Anfangsmeldung von 135 kg steigerte auf 138 kg – gültig. Dann 142 kg im zweiten Versuch auch hervorragend gemeistert und Bestleistung eingestellt. Dann die Beratung mit Bundestrainer David Kurch. Ergebnis – wir gehen auf 145 kg im dritten Versuch. Hochmotiviert packte der Rodinger die 145 kg, eine neue Bestmarke an. Zug, die Hantel lag auf den gestreckten Armen, aus der Hocke aufstehen kein Problem. Die Rodinger Fans am Bildschirm begannen schon zu jubeln. Und auch Simon jubelte zu früh, deshalb kam die Hantel aus dem Schwerpunkt und die Hantel ging nach hinten weg. Ungültig – Schade, aber eine klasse Vorstellung beim Reißen. 

Trotzdem, beim Stoßen wurde von 157 kg auf 160 kg gesteigert. Doch dann kam das Fiasko, dreimal problemlos 160 kg umgesetzt, aus der Hocke aufgestanden und dreimal beim Ausstoß gescheitert. Damit das Aus. War es die Enttäuschung nach der schon fast geschafften Bestmarke beim Reißen an 145 kg oder hat er sich beim letzten Reißversuch doch verletzt? Darüber kann am Bildschirm nur vermutet werden. Dabei hat der Wettkampf so positiv begonnen, weder in Paris 2011 (134 kg) noch in 2014 in Almaty (137 kg) auch nicht in Houston/Texas 2015 (141 kg) schaffte er 142 kg beim Reißen und dann noch bombenstarke 145 kg beim letzten Versuch in Anaheim, die knapp daneben gingen. Die Form beim Reißen war bestehend, wie er es selbst ausdrückte, aber den guten Tag beim Stoßen hat er am Donnerstag Abend in Kalifornien nicht gehabt.

Die Rodinger setzen natürlich beim nächsten Bundesligawettkampf am 9. Dezember beim AC Germania St. Ilgen voll auf den Simon. Der Trainer hofft, dass er die Enttäuschung schnell weg steckt und die Verletzung nicht gravierend ist. Dass er gut drauf ist, hat er beim Reißen zeigen können. 

 

Die erste Stellungnahme des BVDG:

Als erster Deutscher Heber wollte Simon Brandhuber ein Achtungszeichen setzen. Der Rodinger ging nicht nur überaus motiviert in den Wettkampf, er konnte ebenfalls auf sehr gute Leistungen aus der Vorbereitung zurückblicken. Bereits im 2. Reißversuch stellte Brandhuber seine eigene Bestleistung von 142 Kg ein und ging voller Optimismus an 145 Kg. Diese brachte er zwar zur Hochstrecke, legte sie jedoch nach hinten über den Kopf ab und bekam diesen starken Versuch nicht in die Wertung. Eine daraus resultierende Verletzung lies Simon drei mal hintereinander an 160 Kg scheitern. Somit kein gültiger Versuch im Stoßen und sicher keinesfalls das gewünschte Ergebnis. Kopf hoch, Simon! Abhaken und weiter geht’s!

 

Der Rodinger Abteilungsleiter Matthias Hecht:

Nach zwei sehr guten ersten Versuchen im Reißen kostete Simon eine Unaufmerksamkeit die neue Bestleistung von 145 kg. Dabei verletzte er sich leicht am Rücken. Dies beeinträchtigte ihn im Stoßen so sehr, dass er leider keinen gültigen Versuch mehr in die Wertung brachte.
Wir hoffen das die Verletzung nicht zu schlimm ist und wünschen Simon gute Besserung!

 

Vater Werner Brandhuber
Wir haben in Steinach am Bildschirm auch schon gejubelt bei den 145 kg Reißen, aber die Rücklage nach seinem Aufschrei war zu stark. Simon hat sich verletzt, deshalb hat das Betreuerteam erwogen niedriger beim Stoßen zu beginnen, aber nachdem er im Trainingsraum 155 kg locker geschafft hat, blieb es bei 160 kg und der Rest ist bekannt. Simon wird jetzt ärztlich untersucht und dann wird es sich zeigen, ob die Verletzung schwerwiegender ist.