Roding macht dem Deutschen Meister das Siegen schwer

Sonntag, 03.Februar 2019

Simon Brandhuber bester Heber der Veranstaltung – ProtokollBilderTVA

Zum Heimkampfauftakt im Jahr 2019 war der amtierende Deutsche Meister AV 03 Speyer am Samstag in der Rodinger Dreifachturnhalle zu Gast und füllte den Rodinger Hebertempel mit 350 Zuschauern. Obwohl die Gäste klar favorisiert waren, wurde es beim Kampf um den Reißpunkt spannend. „Aufgrund zu vieler Ungültiger in den dritten Versuchen konnten sich die Gäste den Punkt sichern“, meinte Abteilungsleiter Matthias Hecht. Und der Teamsprecher der Pfälzer, Jürgen Spieß stellte beim Abschlussstatement fest:“Beim Reißen hatten wir Glück“ So holten die Gäste den Sieg mit 713,0:767,1 Punkten und alle drei Zähler bei einem Zwischenstand nach dem Reißen von 284:292 Relativpunkten.

Natürlich hätte Abteilungsleiter und Trainer Matthias Hecht  zumindest gerne einen Punkt geholt, doch die starke Vorstellung des Rodinger zweiten Blocks ohne Fehlversuch stimmte den Trainer wieder versöhnlicher. Schließlich setzte die TB-Truppe die Vorgabe von 700 Punkten mit starken 713 Zählern sehr gut um und blieb damit in der laufenden Saison bei keinem Wettkampf unter der magischen 700 Punkte Grenze.

16-jährige Annika starker Ersatz

Die kurzfristige, krankheitsbedingte Absage von Tamara Voit führte zu einer Änderung der Aufstellung von Matthias Hecht. Ursprünglich war Annika Pilz für die 2. Staffel vorgesehen und so musste sie für Tamara im „Oberhaus“ ran. Und die erst 16-jährige Schülerin im Sportinternat Frankfurt/Oder machte ihre Sache, betreut und angefeuert von Werner Brandhuber und eine vollen Halle, ausgezeichnet. Sechs blitzsaubere Versuche schloss sie mit 60 kg Reißen und 76 kg Stoßen bei 102 Relativpunkten ab.

Hans Brandhuber stark

Ohne Fehlversuch blieb diesmal auch Hans Brandhuber, der wie immer mit Volldampf, aber diesmal auch konzentriert seine Versuche anging. Hervorragende 133 kg beim Reißen und 171 kg beim Stoßen brachten ihm glatte 130 Punkte ein, alles knapp unter der persönlichen Bestmarke. Bruder Simon musste nur bei 138 kg Reißen passen, lieferte drei lupenreine Versuche beim Stoßen mit jeweils einer 5kg Steigerung ab und war mit 154 Relativpunkten die Nummer eins des Wettkampfes vor den Gästehebern Jürgen Spieß und dem Slowaken Matei Kovac, die beide jeweils 145 Relativpunkte schafften. Studentenweltmeister Björn Günther aus Speyer setzte sich mit 131 Punkten knapp vor Gregor Nowara, der diesmal 130,2 Punkte ablieferte, durch. Auch Gregor bekam bei 146 kg Reißen die rote Anzeige, war aber beim Stoßen mit 173 kg bombenstark.

Annabell Jahn wollte es ruhiger angehen lassen und einen Wettkampf mit sechs Gültigen abliefern, doch sowohl beim Reißen als auch beim Stoßen ging ein Versuch daneben. Trotzdem erreichte sie 101 Punkte. Die 100er Grenze schaffte diesmal Hermann Voit nicht, für ihn war es ein „verbrannter“ Wettkampf, nachdem er jeweils nur seinen Anfangsversuch mit 115 kg Reißen und 140 kg Stoßen bei 95,8 Relativpunkten durch brachte. Doch die Trainer werden „Mister Zuverlässig“ wieder aufbauen, damit er zu alter Stärke zurückfindet. Beim Tabellenstand hat sich nichts geändert, Speyer liegt hinter Mutterstadt weiter auf Platz zwei und Roding konnte den 5. Platz vor dem Gegner in 14 Tagen, TSV Heinsheim (Bestleistung 711,4 Punkte) halten.

 

Krimi beim Reißen gegen Suhl in der 2. Liga – ProtokollBilder

Eigentlich sollte es beim Zweitliga Wettkampf bei Saison Bestmarken von 440,8 Punkten für Suhl und 501,1 Punkten für Roding eine klare Sache für die Einheimischen werden. Doch zwei Fakten sprachen dagegen: Zum Einen fehlte Annika Pilz, die kurzfristig in der „Ersten“ einspringen musste und zum Anderen waren die Thüringer wesentlich stärker aufgestellt. Die Ehemalige Bundesdeutsche Spitzenheberin Yvonne Kranz, über zwanzig Mal bei Weltmeister und Europameisterschaften für Deutschland im Einsatz, wollte es mit 35 Jahren nochmal wissen und war eine große Verstärkung. Dann ließ der 30-jährige Mario Koch mit sechs Gültigen und 97,4 Relativpunkten als bester Heber sein ehemaliges Können nochmal auf blitzen.

Und so kam es, das die Gäste beim Reißen plötzlich in Führung lagen. Gut, das Roding II auf den wegen Erkrankung und Trainingsrückstand von der 1. Staffel in die 2. Liga umgemeldeten Peter Kulzer zurückgreifen konnte. Der Deutsche Juniorenmeister  aus Neubäu holte mit seinem dritten Reißversuch von 134 kg Roding den Punkt beim Reißen mit dem knappsten Vorsprung von einem Kilogramm. Aufatmen, als die Anzeigetafel 171,1 : 170,1 Punkten für die Heber von der Regenreib’n. Das Stoßen gewann Roding dann etwas deutlicher mit 297,1: 289,5 Punkten bei einem Gesamtergebnis von 468,2:459,2 Punkten. Nach diesem Zittersieg rückt Roding vom fünften auf den vierten Platz der Tabelle vor und der AC Suhl bleibt Sechster.