Rodinger Heber gewinnen ersten Play-Off-Wettkampf

Simon Brandhuber schockt mit drei ungültigen Versuchen im Reißen und verpasst die EM-Norm – ProtokollBilder

Beim letzten Bundesligawettkampf der Saison am Samstag um 19 Uhr in der Rodinger Dreifachturnhalle gab es zwar den erhofften Sieg mit 677,0:542,0 Relativpunkten gegen das Athletenteam Vogtland. Doch die angepeilte Saisonbestmarke konnte nicht realisiert werden. Der Rodinger Bundeskaderheber Simon Brandhuber schockte die Zuschauer, als er dreimal am Anfangsversuch von 134 kg scheiterte und damit die Chance für die EM-Qualifikation dahin war. Dahin war auch die neue Saisonbestleistung des TB-Teams, die mit nur einem Gültigen von Simon möglich gewesen wäre.

Zum Beginn des Wettkampfes erhoben sich die Zuschauer zu einem Gedenken für den so plötzlich verstorbenen Rodinger Jugendleiter Gregor Nowara. Die Gewichtheber Show-Girls geleiteten die beiden Mannschaften durch ein Spalier auf die Bühne und die Bauchtanzgruppe Yalla aus Cham brachte orientalische Stimmung in die Halle. Dann heizten die Gewichtheber Showgirls in zwei verschiedenen Outfits die Stimmung kräftig an.

Abteilungsleiter Matthias Hecht konnte an die 250 Zuschauer und das Athletenteam Vogtland begrüßen. Die Wettkampfgemeinschaft aus den Vereinen von Plauen und Rodewisch in Sachsen – sie nennen sich "Die Starken aus dem Vogtland" – konnte nur mit fünf Wettkämpfern antreten.

Dann legten die Rodinger gleich stürmisch los. Tamara Voit brachte ihre beste Leistung auf dem Rodinger Heberbrett, mit drei gültigen Versuchen beim Reißen und scheiterte erst an der Bestmarke von 90 kg im Stoßen. 105 Relativpunkte konnte sie für Roding noch nie abliefern. Auch Bruder Hermann schloss seine fehlerfreie Reißleistung mit 125 kg ab. Allerdings machte er beim Stoßen an 155 kg nur zwei Zugübungen, schaffte aber trotzdem 108 Punkte.

Temperamentvoll stürmte der 18-jährige Peter Kulzer aus Neubäu die Heberbühne. Bereits beim zweiten Reißversuch war die Bestmarke mit 138 kg perfekt. Und beim Stoßen ging die Rekordjagd mit 175 kg weiter. Auch 313 kg im Zweikampf und 122 kg in der Relativwertung feierten die Zuschauer mit dem Rodinger Nachwuchstalent frenetisch.

Eine gediegene Leistung lieferte Daniel Nowara mit 139 kg und 165 kg bei jeweils zwei Gültigen und 105 Relativpunkten ab. Bruder Gregor rockte nochmals die Halle mit 151 Reißen und 185 kg Stoßen, der Tageshöchstlast, bei tollen 145 Relativpunkten. 

Simon Brandhuber war der unglücklichste Akteur am Samstag im Rodinger Hebertempel. Er hatte sich viel vorgenommen, wollte die EM-Norm von 304 kg im Zweikampf für Anfang April in Split schaffen. Er stieg bei 134 kg Reißen ein, scheiterte, und auch beim zweiten Anlauf reichte die Zughöhe nicht aus. Vor dem dritten Versuch tobte die Halle, doch auch dieser Versuch ging daneben. Totenstille in der Heberarena. Split vorbei und auch die Saisonbestleistung abgehakt.

Doch Simon wäre nicht Simon, wenn er, trotz Problemen im Schulterbereich, nicht zum Stoßen angetreten wäre. Mit 160 kg beim Stoßen lieferte er noch 92 Relativpunkte für den Teamerfolg.

Die Gäste aus dem Vogtland hatten mit dem tschechischen Paar Petr Petrov 151 Relativpunkt (bester Heber des Abends) und Eliska Pudivitrova erstklassige Verstärkung an Bord. Die Heberin freute sich mit einem sehenswerten Ausstoß über erstmals 93 kg und 102 Relativpunkten riesig über ihre Bestmarken. Edgar Jerke – er ist eigentlich ein Brandenburger, wie der fachkundige Sprecher Andreas Müller informierte – hob sich sehr temperamentvoll ohne Fehlversuch zu 135 Relativpunkten. Mit nur fünf Sportlern hatten die „Starken aus dem Vogtland“ auch nach dem Missgeschick von Simon Brandhuber keine Chance. Sie hoffen auf den Rückkampf am 25. März in Plauen. 

Roding III sicherte sich mit einem Sieg gegen den ebenfalls noch ungeschlagenen 1. AC Weiden II die Bezirksmeisterschaft Oberpfalz/Niderbayern. Und beim zweiten Vorkampf fertige Roding II beim Zweitbundesligamatch den AC Suhl klar ab.